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Auf einmal ne Solo?

   

 

Im Dezember 2000 hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Carlo und ich waren mit seinen beiden BMW's recht flott unterwegs, da passierte es: auf der kleinen Grenzstraße in ordentlicher Schräglage um die Kurve und da lag jede Menge Dreck vom Acker , ausweichen war angeraten. Meine automatische Reaktion war allerdings auf Gespann trainiert, die Maschine um die Kurve zu drücken war "nicht ganz richtig", ab durch den Graben und nur mit Mühe den Sturz vermieden.

Man, das hatte ich früher aber besser beherrscht, ich fuhr eindeutig zu selten mit einer Solomaschine. Um dem abzuhelfen, mußte also wieder eine ins Haus. Aber was für eine?

Mehr als zwei Zylinder sollten es auf keinen Fall sein. Und gerne etwas sportliches. Also den alten Ducati-Traum verwirklichen? Für die erträumte 916 reichte das Geld auf keinen Fall. Also die 750S(S)?

Was sagen die Testberichte in den Fachzeitschriften: super Fahrwerk auf ebenem Fahrbahnbelag (aber wo gibts den schon?), ansonsten eher bockig; sehr sportliche (anstrengende?) Sitzposition; kurze Wartungsintervalle mit hohen Kosten.

Na ja, einen richtigen Fan schreckt ja eigentlich nichts. Also auf zur Motorradausstellung nach Dortmund, Ducatis ansehen und probesitzen. Die Optik auf jeden Fall klasse, der Sound hat mich schon immer begeistert, aber mit der Sitzposition hatten die Tester recht: die Tankform ist "ziemlich ungünstig", warum man diesen Knubbel vorm Bauch haben muß, wissen wohl nur die Ducati-Designer; die Höhe der Lenkerstummel liegt auf Sitzbankniveau, die dadurch erzwungene Fahrerhaltung erinnerte mich irgendwie an Liegestütze.

Hm, ist also vielleicht doch irgendwie nicht das gelbe vom Ei?

Mein Freund Ali wollte unbedingt noch zum Suzuki-Stand, mir seine neu bestellte Bandit 1200S zeigen. Wir also hin, aber so richtig hatte ich keine Augen dafür. Nebenan stand nämlich eine, die mir viel besser gefiel: eine gelbe SV650S. Die Sitzprobe fiel positiv aus, sportlich aber nicht unbequem. Die Optik (da haben sich die Designer mit Sicherheit an Ducati orientiert) wie gewünscht, ein Zweizylinder-V-Motor war auch sehr willkommen. Prima, aber Suzuki statt Ducati ?

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Ali hatte seinem Händler erzählt, daß mir die SV gefiel. Der rief mich nun an und sagte, er hätte eine Vorführmaschine da, die könne ich jederzeit probefahren.

Ich also los damit, und das war's dann! Als ich zuhause ankam, grinste ich von einem Ohr zum andern . So viel Spaß hatten mir bisher nur wenige Motorräder bereitet. Das geringe Gewicht und die unglaubliche Handlichkeit in den Kurven, suuuuper! Und dann der Motor: geht aus jeder Drehzahl wie Schmidt's Katze, und der Sound beim Gaswegnehmen (obwohl, da könnt man ruhig noch ein bischen mehr....), nicht so ein Vierzylinder-Gejaule, richtig bollerig. Die mußte es sein.

Der Händler, Fiete Schön aus Kiel-Friedrichsort, hatte die Maschine in allen erhältlichen Farben da. Das Blau der Vorführmaschine gefiel mir ganz gut, aber meine BMW ist ja schon blau und so ein kleiner Brenner darf m.E. auch gerne etwas auffällig sein. Zwei Tage später stand meine gelbe SV zugelassen auf dem Hof.

 

Inzwischen hat sie schon einige Kilometer auf der Uhr und das Kurvenfahren klappt auch wieder wie früher.

Die Meinungen meiner Motoradfahrenden Freunde sind geteilt und reichen von "na ja, wenn Dir sowas gefällt" (die Dreiradfraktion) bis zu "boah, die geht!" (hallo Carlo!).

Einige kleine Modifikationen habe ich auch schon vorgenommen: die Verkleidungsscheibe habe ich gegen eine Spoilerscheibe getauscht und der Auspuff mußte einer zugelassenen IXIL-Anlage weichen (wegen  ... da könnte man ruhig noch ein bischen mehr....).

 

Mein Fazit:

Wenn man einen Eckenflitzer mit ordentlich Dampf sucht, dann ist die Suzuki SV650S genau richtig.

Auf Gepäck sollte man verzichten können (dafür gibt's ja auch Gespanne ) und eine Sozia sollte über eine gewisse Leidensfähigkeit verfügen (wetten, daß die auch lieber im Beiwagen sitzt?).

Aber um am Sonntag morgen mal alleine bei schönem Wetter flott über kurvige Landstraßen zu düsen, ist es das ideale Motorrad.

(Holger, Juni 2001)

 

Hier nun der Stand der Umbauten im Mai 2002: Umrüstung auf einen Superbike-Lenker von LSL und Ausstattung mit einer Hecktasche von Bagster . 

Der Superbike-Lenker erlaubt eine aufrechte Sitzposition und ich habe die Maschine gefühlsmäßig "besser im Griff", woraus eine etwas frechere Fahrweise in Kurven resultiert.

Die Hecktasche von Bagster ist klasse: die fahrzeugspezifische Befestigung wird unter dem Soziussitz verschraubt, die Tasche kann mit zwei Reißverschlüssen blitzschnell befestigt werden. Die Tasche ist regendicht und formstabil, sackt auch im leeren Zustand nicht zusammen.

(Holger, Mai 2002)

 

Immer noch jede Menge Spaß. Beim Kurventraining auf dem Heidbergring 'ne Menge gelernt: auch die Metzeler Z4 erlauben unglaubliche Schräglagen, der "Angststreifen" ist höchstens noch 5 mm breit .

(Holger, Mai 2003)

 

Nun habe ich sie überraschend verkauft. Ich wünsche Mone viel Spaß damit und immer gute und unfallfreie Fahrt.

(Holger, April 2008)